Piercing

Das Image der Piercings

Solange es das Ohrläppchen ist, sind Piercings allgemein akzeptiert und in der Öffentlichkeit bei fast jeder Frau und vielen Männern zu sehen. Sobald es aber um andere Körperregionen geht, scheint die Kunstform des Piercens und die Möglichkeit zu Selbstausdruck und Individualität unter vielen Klischees und fehlerhaften Annahmen zu leiden. Dass es sich lediglich um Schmuck und Selbstbestimmung handelt, scheint hier vielen vorschnell Urteilenden zu entgehen.

Schmerzhafte Reaktionen?

Das Stechen eines Piercings, und sei es nur eines Ohrloches, ist sehr schmerzhaft; je nach persönlicher Schmerzgrenze und Veranlagung variiert die Toleranz. Allein dieses Argument hält viele Menschen auch heutzutage davon ab, sich für einen Piercing als Körperschmuck zu entscheiden. Zahlreiche medizinische Warnungen tragen ebenfalls zu einem negativen Bild des Stechprozesses bei. Glücklicherweise sind fast alle Studios hierzulande sehr seriös und beraten professionell, sodass eine negative medizinische Reaktion abgewendet oder im schlimmsten Fall gut zu behandeln ist.

Die Mode der Ausgestoßenen

Auch dass die Piercing-Mode zu Beginn ihrer Verbreitung in der westlichen Welt fast ausschließlich von alternativen Subkulturen getragen wurde, wirft ein fragwürdiges Licht darauf: Piercingträger galten lange als gesellschaftlich unangepasst, finanziell schwach und ,,geächtet“. Beliebt bei Anhängern der Punk- oder Metalszene, sind Piercings leider oft immer noch stigmatisiert und in manchen Berufen unerwünscht.

Doch spätestens die Beliebtheit des Bauchnabelpiercings seit den 1990er-Jahren bei öffentlichen Personen der Popkultur trug zu einem Wandel des Images bei. Mit zunehmender Globalisierung und Weltoffenheit und weiter Verbreitung von kulturellen Andersartigkeiten gehört ein Piercing, egal an welcher Körperstelle, schon längst nicht mehr in eine bestimmte ,,Schublade“.

Ein schöner Ausdruck des Selbst

So ist mittlerweile ein Piercing mehr als nur der Schmuck der gesellschaftlichen Randfiguren, mehr als nur ein jugendlicher Protest von Nonkonformität: der Wunsch nach individuell verziertem Erscheinungsbild und Ausdruck eigener Identität überwiegt. Ähnlich wie Tätowierungen, sieht man Piercings bei immer mehr Leuten jeden Alters und Geschlechts. Und ohne diese Möglichkeit, sich je nach eigenem Bedürfnis verschönern zu wollen, wäre die Gesellschaft um einige glitzernde Schmuckstücke ärmer.